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27. Feb. 2026

Ein unsichtbares Problem mitten in Gera

Dank an Sparkasse Gera-Greiz: Kastration von Katzen durch finanzielle Unterstützung weiter möglich

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Fast täglich werden in Gera und der umliegenden Region Katzen aufgefunden, die weder kastriert noch gechippt oder registriert sind. Dabei existiert seit Januar 2019 in der Stadt Gera eine Katzenschutzverordnung, die genau diesem Missstand entgegenwirken soll. Die Sparkasse Gera-Greiz übergab dem Tierheim Gera vergangene Woche einen Scheck über 2000 Euro, um die Kastration von freilebenden Katzen finanziell zu unterstützen. Dankend nahmen Thomas Lenk, Bürgermeister und Beigeordneter für Bürgerservice, Ordnung und Umwelt, und die Leiterin des Tierheims, Bärbel Zimmer, den Scheck entgegen.

„Der Schutz von freilebenden Katzen ist für mich persönlich sowie im Rahmen unserer behördlichen Zuständigkeit von großer Bedeutung. Durch die fachgerechte Durchführung von Kastrationsmaßnahmen sowie die Unterstützung des Fördervereins Tierheim Gera e.V. tragen wir maßgeblich dazu bei, Tierleid zu minimieren und eine nachhaltige Kontrolle der Population sicherzustellen“, so der Geraer Bürgermeister. Es sei unsere gemeinsame Verantwortung, durch koordinierte Maßnahmen und konsequente Umsetzung sicherzustellen, dass diesen Tieren angemessene Lebensbedingungen gewährleistet werde. „Ein besonderer Dank gilt der Sparkasse Gera-Greiz, die mit der finanziellen Unterstützung dazu beiträgt, dieses Projekt weiter voranzutreiben.“

Insbesondere im ländlichen Raum sowie in den zahlreichen Gartenanlagen der Stadt müssen jedes Jahr mehrere hundert Katzen durch den Tierschutzverein Gera und Umgebung e.V. gesichert werden. Viele von ihnen müssen im Anschluss vorübergehend oder dauerhaft im Tierheim der Stadt Gera oder in der Katzenstation des Tierschutzvereins untergebracht werden. Dennoch werden in Gera und im Umland jährlich noch immer bis zu 300 Kitten in eine Welt geboren, die von Kälte, Hunger und Gefahren geprägt ist. Krankheiten breiten sich aus, viele Jungtiere sind unterernährt, geschwächt oder bereits im jungen Alter schwer erkrankt. Sie leiden unter Parasiten, Verletzungen und Mangelversorgung. Oft bleiben die Streunerkatzen und ihre Kitten unentdeckt, da sie sich instinktiv verstecken oder schlicht vertrieben werden. Die Folge ist eine unkontrollierte Vermehrung, Verwilderung und stilles Leid der Tiere.

Die Ursache liegt häufig im verantwortungslosen Umgang mit Tieren. Katzen werden ausgesetzt oder sich selbst überlassen, sobald sie geschlechtsreif oder krank werden – oftmals aus Kostengründen. Die fehlende Kastration ist dabei vielfach auf Unwissenheit, Gleichgültigkeit oder hartnäckige Mythen zurückzuführen. Noch immer hält sich der Glaube, eine Katze müsse vor der Kastration mindestens einmal Nachwuchs bekommen oder der Eingriff führe zu gesundheitlichen Schäden, Wesensveränderungen oder Übergewicht. Für diese Annahmen existieren keinerlei wissenschaftliche Belege. Unabhängig von Freigang oder Wohnungshaltung bringt die Kastration erhebliche Vorteile für die Tiere. Bei Katern wird das Markierverhalten reduziert, bei Katzen wird Dauerrolligkeit verhindert – ein Zustand, der erhebliche gesundheitliche und psychische Belastungen mit sich bringt und häufig zu Unsauberkeit oder Aggression führt. Kastrierte Tiere zeigen insgesamt ein geringeres Aggressionspotenzial, eine reduzierte Wanderlust und profitieren von einem niedrigeren Tumorrisiko, was ihre Lebenserwartung deutlich erhöht. Die Kastration stellt die einzig sinnvolle und ethisch vertretbare Maßnahme dar, um Überpopulation und Katzenleid nachhaltig einzudämmen. Katzen erreichen ihre Geschlechtsreife bereits im Alter von fünf bis sechs Monaten; eine Kastration ist bei weiblichen Jungtieren ab etwa fünf Monaten, bei Katern ab sechs bis sieben Monaten möglich und medizinisch sinnvoll. Welche Dimension das Problem annimmt, zeigt ein einfaches Beispiel: Ein nicht kastriertes Katzenpaar mit zwei Würfen im Jahr und jeweils vier Jungtieren lässt die Katzenpopulation innerhalb eines Jahres aufgrund der Weitervermehrung auf 33 Tiere anwachsen. Durch die rechtzeitige Kastration der Elterntiere hätte somit 33-faches Katzenleid in nur einem Jahr verhindert werden können. Die Kastration freilebender Katzen leistet einen entscheidenden Beitrag. Auch Hinweise auf verwilderte Katzen in der eigenen Umgebung sind von großer Bedeutung und ermöglichen es dem Tierschutzverein Gera und Umgebung e.V., frühzeitig einzugreifen – noch bevor sich das Leid unaufhaltsam vermehrt.