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19. Feb. 2026

Museumshöhler öffnet für Individualbesucher – Zukunft der renommierten Höhler-Biennale ab 2029 gesichert!

2025 knapp 8000 Besucher in den Geraerer Höhlern

Kulturamtsleiter vor Eingang Museumshöhler. © Stadt Gera

Am gestrigen Mittwoch durfte die Stadt Gera viele gute Neuigkeiten zu ihren Höhlern vermelden: Der Museumshöhler unter dem Schreiberschen Haus, der im vergangenen Jahr knapp 8000 Besucher zählte, ist ab dem 5. März 2026 wieder für Individualbesucher geöffnet. Donnerstag und Freitag 11:30 Uhr, Samstag und Sonntag um 14:00 Uhr wird eine öffentliche Führung angeboten. Tickets können an der Kasse des Museums für Naturkunde erworben werden. Der Eintritt kostet 6,- €, ermäßigt 4,- €. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre erhalten freien Eintritt.

Gästeführer und Höhlerverein unterstützen Stadtverwaltung

Möglich ist dies dank der Zusammenarbeit des Kulturamts mit dem Gästeführer Region Gera e.V. und dem Verein zur Erhaltung der Geraer Höhler e.V. „Ich bin den Mitgliedern der beiden Vereine sehr dankbar für die Unterstützung. Nachdem ein Weiterbetrieb in der bisherigen Form nicht möglich war, haben wir eine praktikable Lösung gefunden, um diesen geschichtsträchtigen Ort weiterhin zugänglich zu machen.“, so Kulturamtsleiter Felix Eckerle. Neben diesem Angebot können Gruppenführungen über die Gera-Information gebucht werden. Führungen für Vorschulkinder, Schulklassen sowie Kindergeburtstage werden auch künftig über das Stadtmuseum Gera organisiert.

Die Geraer Höhler sind ein bedeutendes Wahrzeichen der Stadt an der Weißen Elster. Es handelt sich dabei um Tiefkeller, die im 16. Jahrhundert unter den Häusern des Stadtkerns angelegt wurden und der Bierlagerung dienten. Wie ein unterirdisches Labyrinth breiten sich die bis zehn Meter tiefen Keller unter der Geraer Altstadt aus. Mehr als 200 Höhler wurden im Lauf der Jahrhunderte angelegt; gleichmäßige Temperaturen von 12 bis 13 Grad garantierten auch im Sommer jederzeit einen erfrischenden Biergenuss. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gerieten die Höhler allmählich in Vergessenheit. Einige wurden als Lagerräume genutzt, andere verfüllt. Während des Zweiten Weltkriegs dienten einige Höhler bei Luftangriffen als unterirdische Schutzräume. Seit den 1980er Jahren rückten die außergewöhnlichen Bauten wieder in das öffentliche Bewusstsein und wurden zugänglich gemacht. Als Ergänzung zur Besichtigung der Museumshöhler bietet sich der nebenan liegende Höhler des Museums für Naturkunde mit seiner Ausstellung „Das Einmaleins der Minerale“ an. Die Sammlung bietet etwa 350 prächtige Minerale aus aller Welt.

Höhlerverein und Kulturamt planen Fortsetzung der Höhlerbiennale als gemeinsames Projekt

Die 12. Höhler-Biennale im vergangenen Jahr war die letzte von Dr. Gitta Heil erfolgreich kuratierte Ausgabe mit überregionaler Ausstrahlung. Nun gilt es, die Weichen personell gestalterisch und organisatorisch neu zu stellen. Dafür wollen sich der Verein zur Erhaltung der Geraer Höhler e.V. und das Kulturamt, die die Kunstausstellung in den historischen Bierkellern ab 2029 gemeinsam ausrichten werden, eine angemessene Vorbereitungszeit geben. „Ich freue mich sehr, dass die Höhler-Biennale eine Fortsetzung findet und der Höhlerverein gemeinsam mit der Stadtverwaltung dies als Gemeinschaftsprojekt angehen wird. Ehrenamtliches Engagement und professionelle Strukturen sorgen dafür, dass mittels Installationskunst die Geraer Höhler auch zukünftig erstrahlen werden“, so Oberbürgermeister Kurt Dannenberg.

„Wir haben uns gemeinsam dazu entschieden, einen Zyklus auszulassen, um den Charakter der Biennale beizubehalten. Dies liegt vor allem an der Tatsache, dass 2027 das 20-jährige Jubiläum der Bundesgartenschau angemessen gewürdigt wird und dabei auch Kunst und Kultur ein wichtiger Part zukommt. Andererseits sind vor Beginn der konkreten Vorbereitung der nächsten Höhler-Biennale einige Fragen zu klären, was die Strukturen, Örtlichkeiten und die Finanzierung betrifft“, so Kulturamtsleiter Felix Eckerle.

„Der Höhlerverein schätzt sich glücklich, dass die mit viel ehrenamtlichem Engagement, Kreativität, Mut und Herzblut seit 2003 durchgeführte Höhler-Biennale eine Fortsetzung findet und die Stadtverwaltung als verantwortlicher Partner für das Gemeinschaftsprojekt wirkt. Besonderer Dank gilt allen aktiv Beteiligten sowie Unterstützern für die Ausgestaltung der bisherigen Biennalen. Jetzt freue ich mich aber erst einmal auf das nächste Höhlerfest, welches wir gemeinsam mit der Stadtverwaltung vorbereiten und das dem Jubiläum 789 Jahre Stadtrecht gewidmet ist.“, so Dr. Günther Linsel im Namen des Vereinsvorstands.