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06. Mai. 2026

30 Jahre Selbsthilfe in Gera

Gemeinsam stark und unverzichtbar

Symbolbild Selbsthilfe. © rawpixel.com/freepik

Unter dem Motto „Selbsthilfe ist bunt“ hat sich in Gera ein großes Netzwerk entwickelt: niedrigschwellig, menschlich und getragen von ehrenamtlichem Engagement. Seit 30 Jahren ist die Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen in Gera ein fester Anlaufpunkt für Menschen, die Unterstützung suchen – und für jene, die sie geben möchten.
Selbsthilfegruppen bringen Menschen zusammen, die gleiche Herausforderungen erleben; sei es durch Krankheit, Behinderung, psychische Belastungen oder soziale Probleme. In einem geschützten Rahmen können sie offen sprechen, Erfahrungen teilen und sich gegenseitig stärken. Oft entsteht dabei etwas, das im Alltag fehlt: echtes Verständnis auf Augenhöhe und das Gefühl, nicht allein zu sein.
Die Form der Treffen der Selbsthilfegruppen hat sich in den vergangenen Jahren geändert: Neben persönlichen Treffen gehören heute digitale Formate wie Online-Austausch, Podcasts oder Apps genauso dazu wie das direkte Gespräch.

 „Trotz veränderter Rahmenbedingungen ist über all‘ die Jahre der Kern geblieben: Selbsthilfe lebt vom freiwilligen Engagement und vom Miteinander. Von Menschen, die trotz eigener Last füreinander einstehen – mit Offenheit, Mut und dem Willen, gemeinsam neue Wege zu gehen. Was die Selbsthilfe in Gera daher besonders macht, ist das Engagement der Menschen selbst. Die Gruppen werden von Ehrenamtlichen geleitet, die eigene Erfahrungen mitbringen und trotzdem die Kraft finden, für andere da zu sein“, so Steffi Hofmann von der Kontaktstelle Selbsthilfegruppen.

75 Gruppen, unzählige Geschichten
Heute gibt es in Gera rund 75 Selbsthilfegruppen von A wie „Autismus – einfach anders“ über D wie Depressionen“ und H wie Herzerkrankungen “ über L wie „Langzeitfolgen nach einer Coronaerkrankung“, P wie „Parkinson“ bis hin zu S wie „Sternenkinder“ und V wie Verwaise Eltern “. Besonders gefragt sind aktuell die Angebote im Bereich psychischer Gesundheit und bei Abhängigkeitserkrankungen. Sogar eine bundesweit einzigartige Gruppe – „Menschen ohne Magen“ – hat hier ihren Platz gefunden. Die Kontaktstelle selbst führt jährlich rund 1.200 Beratungen durch, begleitet Gründungen, vernetzt thüringenweit und sorgt dafür, dass Unterstützung dort ankommt, wo sie gebraucht wird.

Warum Selbsthilfe heute so wichtig ist
In einer Zeit wachsender Belastungen gewinnt Selbsthilfe weiter an Bedeutung. Sie stärkt die Eigenverantwortung, ergänzt professionelle Hilfsangebote. Vor allem aber ermöglicht sie eines: aktiv zu werden, statt passiv zu bleiben.

„Zuhören, verstanden werden, voneinander lernen – all das gibt Halt und Orientierung“, schätzt Frau Hofmann ein.

Die Selbsthilfe in Gera ist so vielfältig wie die Menschen selbst. Manche Gruppen setzen auf regelmäßige Gespräche im vertrauten Raum, andere organisieren Fachvorträge, Ausflüge oder öffentliche Aktionen. Veranstaltungen zur Gesundheitsförderung, Ernährungsberatung oder gemeinsame Auftritte – etwa beim Hofwiesenparkfest – bringen das Thema auch in die Stadtgesellschaft.