Neuer Klimagarten im Geraer Tierpark eröffnet
Stadt Gera setzt sichtbares Zeichen für Klimaanpassung, Umweltbildung und moderne Freizeitangebote.

Der Geraer Tierpark ist um eine neue Attraktion reicher: Mit der feierlichen Eröffnung des Klimagartens am 9. Mai 2026 können Interessierte ab sofort im Martinsgrund einen innovativen Ort entdecken, der Naturerlebnis, Umweltbildung und Forschung auf einzigartige Weise miteinander verbindet. Auf rund 0,8 Hektar Fläche zwischen Löwen- und Luchsgehege wurde ein besonderer Erlebnis- und Lernraum geschaffen, der sich mit einer der zentralen Fragen unserer Zeit beschäftigt: Wie muss sich städtisches Grün an den Klimawandel anpassen, um Lebensraum, Erholungsort und ökologische Ressource zu bleiben? Ziel ist es, Erkenntnisse für die zukünftige Gestaltung von Stadtgrün, Parks und Wäldern und heimischen Gärten in Gera zu gewinnen und damit konkrete Antworten auf die Herausforderungen des Klimawandels in unserer Region zu entwickeln. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 580.000 Euro, wobei 432.000 Euro durch den Bund über das Programm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ gefördert werden und rund 100.000 Euro über das SMARTCity - Projekt.
Natur zeitgemäß erlebbar machen
Der Klimagarten soll dabei Informationsstätte und Erholungsraum gleichermaßen sein und die Attraktivität des Tierparks weiter steigern: „Unser Tierpark ist bereits seit vielen Jahrzehnten ein starker Anziehungspunkt für Familien, Touristen und Erholungssuchende in unserer Region. Wenn er das auch für künftige Generationen bleiben soll, müssen wir den Tierpark konsequent weiterentwickeln – zukunftsorientiert, modern und so gestaltet, dass er auf zeitgemäße Weise erlebbar ist. Mit dem Klimagarten haben wir im Martinsgrund ein solches Areal geschaffen, das Besucherinnen und Besucher neugierig macht, sensibilisiert und zum Aufenthalt einlädt“, so Oberbürgermeister Kurt Dannenberg.

Der Klimagarten untersucht unter realen Bedingungen, welche Baum- und Straucharten mit zunehmender Trockenheit, längeren Hitzeperioden und veränderten klimatischen Bedingungen künftig in unserer Region bestehen können. Dafür werden insgesamt 45 verschiedene Gehölz- und Pflanzenarten – heimische ebenso wie klimaangepasste Arten aus anderen Regionen der Welt – angepflanzt und wissenschaftlich begleitet. Konkret geschieht das über zahlreiche installierte Sensoren, die kontinuierlich Daten erfassen und über mehrere Monitore auch für die Besuchenden sichtbar machen.
Möglich ist das vor allem durch das Engagement des SMARTCity-Projekts: „Dank der Kooperation mit SMARTCity konnte der Klimagarten als außerschulischer Lernort einen zusätzlichen Qualitätssprung verzeichnen. Echtzeitdaten zu Bodenfeuchtigkeit, Temperaturen und CO₂ oder auch der Talking Tree, der unmittelbar anzeigt, wie Bäume auf Umweltreize reagieren, schaffen wichtige Mehrwerte, um komplexe ökologische Zusammenhänge sichtbar zu machen“, so Konrad Nickschick, Leiter des städtischen Umweltamts. Dadurch werde der Klimagarten um eine moderne, technologische Dimension erweitert. Insgesamt hat das SMARTCity-Projekt rund 100.000 Euro investiert, um den Klimagarten mit Sensoren, Monitoren, der nötigen Hintergrundtechnik sowie dem Talking Tree zu unterstützen.

Wissen, Entspannung und Spaß vereint
Gleichzeitig ist der Klimagarten weit mehr als ein Forschungsfeld: Mit naturnah gestalteten Aufenthaltsbereichen, interaktiven Elementen und kindgerechter Wissensvermittlung wird er zu einem Ort des Entdeckens, Lernens und Verweilens – und damit zu einer weiteren Bereicherung für den Tierpark als touristisches Aushängeschild der Stadt. Inmitten der besonderen Bepflanzung sind zudem ein Teich, ein Wasserspielplatz sowie Kletter- und Balancierelemente entstanden. Spielerisches Highlight des Klimagartens ist die 18 Meter lange Riesenrutsche, die ab sofort die längste Rutsche im gesamten Stadtgebiet von Gera ist.
Was kommt noch?
Mit der offiziellen Eröffnung des Klimagartens sind die Arbeiten in dem Areal noch nicht abgeschlossen. So steht aktuell der Talking Tree noch nicht zur Verfügung, da dieser nach aktuellem Stand erst im Herbst geliefert wird. Auch die Beschilderung an den einzelnen Bäumen wird noch finalisiert.




