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04. Jan. 2024

Stadt Gera nimmt Gesundheitsförderung weiter in den Fokus

2023 trafen zahlreiche Aktionen auf hohes Interesse, neue Angebote im Service.Generationen, Kooperationen vorangetrieben

Das Jahr 2023 stand im Sozialdezernat der Stadtverwaltung im Zeichen zahlreicher sozialer Projekte und Aktionstage. Bereits zum dritten Mal beteiligte sich die Stadt Gera an der Thüringer Woche der pflegenden Angehörigen, denn Angehörige übernehmen den Großteil der Pflege in Deutschland. Um ihre Leistung zu würdigen, vor allem aber auch um Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten aufzuzeigen, wurde die Thüringer Woche ins Leben gerufen. Am Aktionstag (04.07.) stellte der Service.GEneRAtionen gemeinsam mit vielen Partnern Informationen, etwa zu Entlastungsleistungen, Betreuungsvollmachten, Pflegekursen oder Besuchsdiensten sowie Projekten wie Agathe und Möglichkeiten zum Austausch vor. In diesem Rahmen nutzten knapp 50 Besucherinnen und Besucher die Chance, an den vier spannenden Fachvorträgen teilzunehmen und sich ganztägig zu Themen wie Kostenübernahme, dem Umgang mit Ärztemangel sowie zu Unterstützungsangeboten zu informieren.

Service.Generationen mit erweiterten Angeboten

Solche und viele weitere Angebote werden unter anderem im Service.GEneRAtionen der Stadt Gera sichtbar gemacht. Als zentrale Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger wird dieser immer beliebter. Im Jahr 2023 erhöhten sich die Anliegen der Ratsuchenden um ein Vielfaches. Zusätzlich baute das Team aus vier Mitarbeiterinnen die Netzwerkarbeit weiter aus und wirkte an 16 unterschiedlichen Veranstaltungen mit. Auch nahm die Kinder- und Jugendbeauftragte, Ingrid Wiesner-Eifrig, ihre Arbeit im Service.GEneRAtionen auf. Sie ist immer Dienstagnachmittag in der Anlaufstelle zu erreichen. In Sachen Pflegebedürftigkeit, Hilfe- und Versorgungsstrukturen wird der Service.GEneRAtionen auch in Zukunft ein konstanter Ansprechpartner für Pflegebedürftige sowie ihre Angehörigen sein und von Fachberatern unterstützt werden. Außerdem widmet sich die Anlaufstelle gemeinsam mit ihren Partnern auch im kommenden Jahr der digitalen Unterstützung älterer Menschen und stellt ihnen neue Angebote hierzu bereit.

Präventive Arbeit zur Unterstützung der gesellschaftlichen Gesundheit

Unter dem Motto „Zusammen der Angst das Gewicht nehmen“ nahm die Stadt Gera auch im vergangenen Jahr wieder an den Wochen der seelischen Gesundheit teil. Zwischen dem 10. Oktober und 7. November 2023 fanden verschiedene Aktionen statt, welche vom Amt für Gesundheit und Versorgung, der OTEGAU GmbH und weiteren Akteuren organisiert wurden. Die Angebote motivierten erneut zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, miteinander ins Gespräch zu kommen, offen über Probleme zu reden, sich Hilfe zu suchen und vor allem Präventions- und Beratungsangebote kennenzulernen. Im Vormonat beteiligte sich das Sozialdezernat am Aktionstag Gera-Mitte. Dieser zeigte Besucherinnen und Besuchern auf, was die Innenstadt Geras für ein breites Angebotsspektrum zu bieten hat. Über 30 Akteure des Stadtzentrums stellten ihre Angebote vor.

Ein Schwerpunkt der Präventionsarbeit und Gesundheitsförderung war unter anderem die Suchtprävention für Kinder und Jugendliche. Dazu organisierten die Koordinatorin der Frühen Hilfen, Susanne Pohl, sowie die Sucht- und Psychiatriekoordinatorin der Stadt Gera, Beate Malinowsky, mit Unterstützung von Trägern der Jugend- und Suchthilfe die interaktive Ausstellung „Zero“. Die Ausstellung informierte präventiv über die Gefahren von FASD, einer Schädigung des Babys durch Alkoholgenuss während der Schwangerschaft. Die Ausstellung wurde von rund 400 Besucherinnen und Besuchern aus unterschiedlichen Schulen sowie Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe besucht. Das Thema Sucht und die damit verbundene Prävention und Gesundheitsförderung war auch Grundlage des kommunalen Beratungsprozesses mit der Suchthilfe in Thüringen (SIT). Dazu organisierte das Amt für Gesundheit und Versorgung gemeinsam mit dem Jugendamt im Februar und Mai 2023 Weiterbildungen mit den Schulsozialarbeitern und dem Allgemeinen Sozialen Dienst des Jugendamtes. Mit der Methode „Bordbuch“ und „Kind Sucht Familie“ wurden Handlungsmöglichkeiten für die Facharbeit und Unterstützungen für betroffen Kinder und Jugendliche aufgezeigt.

Außerdem setzten sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sozialdezernats gemeinschaftlich für das Thema Analphabetismus ein. Am Aktionstag (14.06.) machte das ALFA-Mobil des Bundesverbandes Alphabetisierung und Grundbildung e.V. (BVAG) in Gera Station. Neben diesem nahmen zahlreiche lokale Akteure vor der Stadt- und Regionalbibliothek teil. An den Infoständen wurde informiert, beraten, gebastelt und spielerisch das Thema funktionaler Analphabetismus aufgegriffen, weiterführende Angebote vorgestellt und sensibilisiert. Die Geraer Volkshochschule „Anne Biermann“ bietet regelmäßig den Kurs „Lesen und Schreiben“ an. Der Kurs wird seit 10 Jahren von Brigitte Kaczmarek geleitet. „Mein Ziel ist, dass meine Kursteilnehmenden Lesen lernen. Das kommt für mich noch vor dem Schreiben. Und Sie sollen sich ausdrücken können, was meiner Erfahrung nach häufig in einem Zusammenhang zum Analphabetismus steht“, erklärt die ausgebildete Grundschullehrerin.

Netzwerkstrukturen wurden gestärkt

Neben zahlreichen Aktionstagen wurden auch Netzwerktreffen und Regionalkonferenzen durchgeführt, die sich mit Gesundheitsthemen auseinandersetzten. Im Sommer traf sich das Netzwerk „Gesunde Kommune“ des Amtes für Gesundheit und Versorgung. Inhaltlich stand diesmal das GKV-Förderprogramm „Gesund alt werden“ im Vordergrund. Dort fand ein fachlicher und zukunftsorientierter Austausch zur Durchführung von geplanten Fokusgruppen sowie der Erstellung einer Handlungsempfehlung zur Gesundheitsförderung und Prävention für ältere Menschen in Gera statt. Außerdem wurde der Rathaussaal der Stadt Gera für die Veranstaltung des Deutschen Städte- und Gemeindebundes „Trittsicher in die Zukunft“ genutzt. Diese ist ein flächendeckendes Angebot zur Etablierung von analogen und digitalen Bewegungskursen für Seniorinnen und Senioren zwischen 70 und 90 Jahren im ländlichen Raum.

Im November 2023 kam das WATCH-Projekt nach Gera. In Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen wurde hierbei das Konzept „Mobile Wohnortnahe Versorgung zur Steuerung der sektorübergreifenden Therapie bei Post-COVID-19 in Thüringen“ entwickelt. Ziel ist es, eine neue Versorgungsform für Post-COVID-Patienten, insbesondere im ländlichen Raum, zu etablieren, die zu einer Verkürzung der Genesungszeit und damit der Arbeitsunfähigkeitsdauer führt. Dies basiert auf einem strukturierten Zusammenwirken von Hausärzten, Fachärzten und einer telemedizinisch unterstützten, modularen Behandlung durch das Projektteam. Um das Projekt zu unterstützen, organisierte das Amt für Gesundheit und Versorgung einen Stellplatz für den Post-COVID-19-Bus in der Stadt Gera. Dadurch konnte ein großer Beitrag zur Gesundheitsförderung geleistet werden.