Zum Inhalt springen
28. Apr. 2026

Lagedienstführer in der Zentralen Leitstelle – der Dirigent im Hintergrund

Wenn draußen die Sirenen heulen, sitzt einer ruhig im Hintergrund – und hat trotzdem alles im Blick: der Lagedienstführer in der Zentralen Leitstelle der Feuerwehr Gera.

Feuerwehr Gera. © Amt für Brand- und Katastrophenschutz

Klingt nach Bürojob? Ist es aber nicht. Eher wie Schach auf Zeit – nur dass die Figuren Menschenleben sind.

Was macht ein Lagedienstführer eigentlich?

Er ist der Kopf der Schicht. Während Disponentinnen und Disponenten Notrufe annehmen und Einsätze koordinieren, sorgt der Lagedienstführer dafür, dass alles zusammenpasst:

  • Er überwacht die gesamte Lage – von der eigenen Leitstelle bis hin zu anderen Behörden.
  • Er führt das Team, trifft Entscheidungen und behält die Qualität der Arbeit im Blick.
  • Er sorgt dafür, dass genügend Einsatzkräfte und Fahrzeuge verfügbar sind – auch wenn’s plötzlich eskaliert.
  • Er koordiniert bei größeren Schadenslagen und hält immer eine taktische Reserve bereit.

Und wenn die Technik mal zickt?

Dann ist er auch derjenige, der den Überblick behält und Lösungen einleitet.

Kurz gesagt: Er ist das Betriebssystem der Leitstelle.

Mehr als nur Funk und Telefon

Ein Lagedienstführer ist nicht nur Organisator, sondern auch Schnittstelle:

  • Austausch mit Polizei, Rettungsdienst und anderen Behörden
  • Bewertung und Weitergabe von wichtigen Informationen
  • Mitarbeit im Qualitäts- und Beschwerdemanagement
  • Schulungen, Unterweisungen und Personalgespräche

Ja, auch das gehört dazu: führen, motivieren, manchmal auch vermitteln.

Und wenn’s draußen richtig zur Sache geht?

Dann hört die Arbeit nicht am Schreibtisch auf: Der Lagedienstführer nimmt auch am Führungsdienst bis Führungsstufe C teil – also mitten rein ins Einsatzgeschehen.

Was man dafür mitbringen muss?

Neben einer fundierten feuerwehrtechnischen Ausbildung braucht es vor allem:

  • Entscheidungsstärke – auch unter Druck
  • Führungsqualitäten und Teamgeist
  • technisches Verständnis
  • Belastbarkeit (ja, auch nachts um 3 Uhr)
  • Kommunikationsstärke

Oder anders gesagt: Einen kühlen Kopf, wenn andere schon schwitzen.

Und der Humor? Der darf nicht fehlen.

Denn zwischen Großbrand, medizinischem Notfall und Fehlalarm gilt: Wer hier arbeitet, braucht neben Fachwissen auch eine gute Portion Gelassenheit – und manchmal eben auch einen trockenen Spruch zur richtigen Zeit.

Fazit: Der Lagedienstführer ist kein stiller Beobachter – sondern derjenige, der im Hintergrund die Fäden zieht, damit draußen alles funktioniert.

Ohne ihn? Würde Chaos regieren. Mit ihm? Läuft der Laden.