Sanierung Kultur- und Konkresszentrum

Mit der Sanierung des Kultur- und Kongresszentrums (KuK) plant die Stadt aktuell eine der größten innerstädtischen Modernisierungsmaßnahmen der nächsten Jahre. Ziel ist es, das Projekt bis Herbst 2031 abzuschließen und Ostthüringens größtes Veranstaltungshaus zu seinem 50. Geburtstag wieder in Betrieb zu nehmen. Wie ist der aktuelle Stand der Planungen? Welche Schritte stehen als Nächstes an? Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Projekt haben wir hier für Sie zusammengestellt.
Häufig gestellte Fragen
- Warum wird das KuK saniert?
- Was passiert, wenn das KuK nicht saniert wird?
- Warum wurde nicht schon früher gehandelt?
- Welche Einschränkungen wird es geben?
- Warum wird das Haus städtisch noch drei Monate länger genutzt?
- Wenn das KuK Ende 2026 den Veranstaltungsbetrieb einstellt, wo finden dann bis zur Wiedereröffnung Veranstaltungen statt?
- Welche alternativen Angebote plant die Stadt darüber hinaus? Wie sieht die Veranstaltungslandschaft in Gera ohne KuK aus?
- Könnte man nicht auf dem Vorplatz des KuK eine große Bühne und ein Zelt als Alternative errichten?
- Wenn das KuK fast fünf Jahre pausiert: Wie bleibt Gera als Veranstaltungsort in den Köpfen der Eventagenturen?
- Finden ab 2027 noch größere Veranstaltungen in Gera statt?
- Wann müssen die Gewerbetreibenden und Gastronomen das Gebäude verlassen?
- Wie kann die Belebung der Innenstadt funktionieren, wenn ein zentraler Magnet über Jahre ausfällt?
- Welche Möglichkeiten haben Bürgerinnen und Bürger, ihre Fragen und Bedenken hinsichtlich des Projekts einzubringen?
- Wird es einen zentralen Ansprechpartner für die Bevölkerung rund um die Sanierung geben (Beschwerdemanagement, Bürgerbeteiligung)?
- Was wird das neue KuK alles beinhalten? Welche neuen Angebote soll es geben?
- Wie geht es jetzt weiter?
Warum wird das KuK saniert?
Um das KuK als zentrales Veranstaltungshaus und prägenden Ankerpunkt der Innenstadt langfristig zu erhalten, sind umfassende Sanierungsmaßnahmen erforderlich. Insbesondere im Bereich des Brandschutzes sowie der technischen Gebäudeausrüstung bestehen erhebliche Defizite, die nicht mehr im laufenden Betrieb behoben werden können.
Was passiert, wenn das KuK nicht saniert wird?
Ohne Sanierung droht die dauerhafte Beendigung des Veranstaltungsbetriebs in diesem Haus. Dies hätte erhebliche Auswirkungen auf die kulturelle Infrastruktur, die Innenstadtentwicklung sowie die wirtschaftliche und touristische Attraktivität der Stadt. Eine Sanierung ist daher die einzige tragfähige Option, um das KuK langfristig zu sichern.
Warum wurde nicht schon früher gehandelt?
Die Notwendigkeit einer Sanierung ist seit längerem bekannt. Aufgrund der Haushaltssicherung der Stadt Gera in den Jahren 2013 bis 2023 bestand jedoch kein finanzieller Spielraum für ein Projekt dieser Größenordnung. Erst nach deren Beendigung konnte das Vorhaben konkretisiert und mit dem einstimmigen Grundsatzbeschluss des Stadtrats im Oktober 2023 sowie dem Beschluss zu konkreten Nutzungen im Juni 2025 auf den Weg gebracht werden.
Welche Einschränkungen wird es geben?
Ab dem 1. Januar 2027 wird der Veranstaltungsbetrieb im KuK für externe Anbieter pausiert. Im Anschluss erfolgt eine geordnete Übergangsphase, in der das KuK bis Ende März 2027 noch für ausgewählte städtische Formate genutzt wird. Ab April 2027 wird das Gebäude vollständig für die Sanierung zur Verfügung stehen.
Warum wird das Haus städtisch noch drei Monate länger genutzt?
Die Stadt möchte das KuK nicht abrupt schließen, sondern einen geordneten Abschluss des laufenden Betriebs ermöglichen. Die Übergangsphase dient dazu, das Haus bewusst in die Sanierung zu überführen.
Wenn das KuK Ende 2026 den Veranstaltungsbetrieb einstellt, wo finden dann bis zur Wiedereröffnung Veranstaltungen statt?
Das KuK als größtes Veranstaltungshaus Ostthüringens für bis zu 1900 Besuchende lässt sich nicht vollständig ersetzen, da es in Gera kein anderes Veranstaltungshaus mit entsprechenden Kapazitäten gibt. Für Veranstaltungen der Stadt Gera stehen während der Pausierung des Veranstaltungsbetriebes im KuK die bewährten Spielstätten zur Verfügung. Dazu gehören neben dem COMMA, das ab 2027 noch intensiver bespielt werden wird, auch die Sparkassenbühne und nicht zuletzt das Hofgut. In beiden Fällen wird ebenfalls eine weiter gesteigerte Nutzung durch verschiedenste Veranstaltungsformate stattfinden, jedoch immer unter Beachtung der geltenden Immissionsschutzregeln.
Welche alternativen Angebote plant die Stadt darüber hinaus? Wie sieht die Veranstaltungslandschaft in Gera ohne KuK aus?
Das KuK ist zwar ein zentrales Element der Geraer Veranstaltungslandschaft, jedoch keineswegs ihr einziger Baustein. Die Stadt Gera hat sich in den vergangenen Monaten intensiv mit der Frage beschäftigt, wie alternative Formate aussehen könnten, um auch weiterhin die kulturelle Vielfalt der Stadt abzubilden. Dies umfasst die Weiterentwicklung bestehender Spielstätten, die Nutzung alternativer Orte sowie neue, angepasste Veranstaltungsformate.
Könnte man nicht auf dem Vorplatz des KuK eine große Bühne und ein Zelt als Alternative errichten?
Diese Option wurde durch die Stadt bereits geprüft, ist jedoch mit erheblichen Kosten und organisatorischen Risiken verbunden. Das KuK ist ein fremdbespieltes Haus. Aufgrund der enormen Kosten für die Betreibung des Zeltes wäre eine wirtschaftliche Vermarktung nicht möglich. Zudem bestehen mit vorhandenen Veranstaltungsorten bereits geeignete Alternativen, die wirtschaftlich sinnvoller genutzt werden können. Weiterhin wird die Fläche im weiteren Verlauf der Sanierung für die Baustellenlogistik benötigt.
Wenn das KuK fast fünf Jahre pausiert: Wie bleibt Gera als Veranstaltungsort in den Köpfen der Eventagenturen?
Ja. Temporäre Schließungen von Veranstaltungshäusern im Zuge von Sanierungen sind branchenüblich und für Eventagenturen und Veranstalter nichts Ungewöhnliches. Das Kulturamt befindet sich in konstantem Austausch mit den Anbietern, die bisher regelmäßig auch das KuK gebucht haben. Sobald die Fertigstellung der Baumaßnahmen sicher terminiert werden kann und damit feststeht, wann das KuK den Spielbetrieb wieder aufnehmen kann, wird das Kulturamt proaktiv den Austausch mit den Agenturen suchen, um den Wiedereinstieg vorzubereiten. Bis dahin reißt die Verbindung zu den Agenturen aber nicht ab: Während der Sanierungspause werden andere Veranstaltungsorte wie das COMMA, die Sparkassenbühne oder weitere Alternativstandorte im Fokus stehen, um Gera während der Modernisierungsphase präsent zu halten.
Finden ab 2027 noch größere Veranstaltungen in Gera statt?
Ja. Es wird auch weiterhin größere Veranstaltungen in Gera geben. Da Gera über kein alternatives Haus in der Größe des KuKs verfügt, werden Großveranstaltungen in erster Linie Open-Air stattfinden können.
Wann müssen die Gewerbetreibenden und Gastronomen das Gebäude verlassen?
Ob die Gewerbetreibenden das Gebäude überhaupt verlassen müssen, steht derzeit noch nicht fest. Ziel ist es, die Einschränkungen für die Unternehmen so gering wie möglich zu halten. Daher werden alternative Lösungen geprüft, wie die Betroffenen trotz Sanierungsarbeiten weiterhin in der Immobilie verbleiben können. Sollte das zeitweise nicht möglich sein, unterstützt die Verwaltung die Gewerbetreibenden bei Bedarf bei der Suche nach Ausweichstandorten für den Übergang. Die Stadt ist sich bewusst, dass die Sanierung des KuKs für die betroffenen Gewerbetreibenden und Gastronomen spürbare Veränderungen mit sich bringen wird. Daher werden die Händler eng in diesem Prozess mitgenommen und die nächsten Schritte frühzeitig besprochen. Konkrete Aussagen über zu erwartende Einschränkungen können aber erst getroffen werden, wenn die Planungen (voraussichtlich Ende 2027) abgeschlossen sind.
Wie kann die Belebung der Innenstadt funktionieren, wenn ein zentraler Magnet über Jahre ausfällt?
Die Sanierung des KuK ist kein Hindernis für die Belebung der Innenstadt, sondern Teil dieser Bemühungen. Eben weil das KuK auch in den nächsten Jahrzehnten ein zentrales Element der Innenstadt bleiben soll, ist es nötig, die baulichen und technischen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass das Haus diese Rolle auch einnehmen kann. Zudem ist die Belebung der Innenstadt nicht allein vom KuK abhängig: Mit der Neugestaltung des Gustav-Hennig-Platzes, des Zschochern oder auch des Steinwegs stehen parallel zur Sanierung wichtige Modernisierungsprojekte auf dem Plan, die die Innenstadt nachhaltig aufwerten. Zudem wurde im Rahmen des Förderprojekts „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ in den vergangenen zwei Jahren eine Handlungsstrategie entwickelt, die Geras Zentrum auf ein neues Fundament setzt. Aus dieser Handlungsstrategie werden weitere Maßnahmen zur Belebung der Innenstadt abgeleitet, sobald diese von den politischen Gremien diskutiert und bestätigt wurde. Nach aktueller Planung soll die Debatte noch vor der Sommerpause beginnen.
Welche Möglichkeiten haben Bürgerinnen und Bürger, ihre Fragen und Bedenken hinsichtlich des Projekts einzubringen?
Im Rahmen des Projekts wird es verschiedene Beteiligungsformate geben, über die Bürgerinnen und Bürger ihre Fragen und Anregungen einbringen können. Wie diese genau aussehen werden und wann diese stattfinden, wird rechtzeitig bekannt gegeben.
Wird es einen zentralen Ansprechpartner für die Bevölkerung rund um die Sanierung geben (Beschwerdemanagement, Bürgerbeteiligung)?
Ja. Im weiteren Projektverlauf wird eine zentrale Anlaufstelle eingerichtet, die als Ansprechpartner für Fragen, Hinweise und Anliegen rund um die Sanierung fungiert.
Was wird das neue KuK alles beinhalten? Welche neuen Angebote soll es geben?
Das KuK soll nach der Sanierung zu einem soziokulturellen und gesellschaftlichen Treffpunkt sowie einem Ort der Begegnung weiterentwickelt werden. Dabei wird es das zentrale Veranstaltungshaus der Stadt bleiben und weitere Funktionen unter seinem Dach vereinen. Zielstellung ist, unter anderem die Bibliothek und das Stadtarchiv zu integrieren sowie die Schaffung eines zentralen Museumsdepots. Zudem sollen die Gera Information zentral in dem Gebäude verortet und Verwaltungsräumlichkeiten integriert werden. Auch die Ertüchtigung der Gastronomie in Form einer Cateringküche zur Betreibung bei Veranstaltungen und im Tagesgeschäft sowie die Integration weiterer Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss Richtung Vorplatz stehen zur Debatte, sollte der entsprechende Platz dafür verfügbar sein. Was davon umgesetzt werden kann, wird sich im Laufe des Planungsprozesses zeigen.
Wie geht es jetzt weiter?
Im nächsten Schritt beginnt der Generalplaner mit der Vorplanung. Dabei werden der Zustand des Gebäudes, die möglichen Nutzungen und die zu erwartenden Kosten genauer untersucht. Ziel ist es, herauszufinden, welche der geplanten Nutzungen auf der vorhandenen Fläche umgesetzt werden können und welche Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen.