GEFAHRGUT: Wenn jeder Handgriff sitzen muss!
Ein verletzter Arbeiter. Ein unbekannter Gefahrstoff. Ein Leck an einem Kesselwagen. Und jetzt?

Genau vor dieser Aufgabe standen heute, am Freitag, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Grundlehrgangs 51 bei einer großen Abschlussübung auf der Feuerwache 2.
In den vergangenen zwei Wochen drehte sich in der Ausbildung intensiv alles um den ABC- und Gefahrguteinsatz: Gefahren erkennen und beurteilen, Gefahrstoffe identifizieren, Strahlenschutz, spezielle Technik, persönliche Schutzausrüstung, Dekontamination sowie taktisches Vorgehen. Erst in der Theorie – dann Schritt für Schritt in der Praxis.
Heute musste das komplette Wissen zusammengeführt werden. Das Szenario: Bei Umpumparbeiten an einem Kesselwagen tritt ein gefährlicher Stoff aus, ein Arbeiter wird verletzt.
Jetzt hieß es: Erkunden, Gefahrenbereich festlegen, Stoff identifizieren, Menschenrettung durchführen und den Austritt stoppen.
Unter gasdichten Chemikalienschutzanzügen (CSA) gingen die Einsatzkräfte in den Gefahrenbereich vor. Der defekte Kesselwagen musste abgedichtet, austretender Stoff aufgefangen und das sichere Umfüllen beziehungsweise Umpumpen vorbereitet und durchgeführt werden.
Was von außen manchmal fast ruhig aussieht, ist für die Einsatzkräfte Schwerstarbeit. Der Chemikalienschutzanzug bietet einen extrem hohen Schutz, schränkt aber gleichzeitig Sicht, Beweglichkeit und Kommunikation ein. Dazu kommt der Atemschutz – und damit eine enorme körperliche Belastung.
Deshalb funktioniert ein solcher Einsatz niemals nur mit „zwei Leuten im Anzug“. Ein Sicherungstrupp steht bereit, der Gefahrenbereich wird konsequent kontrolliert und bereits vor dem ersten Vorgehen muss die Dekontamination vorbereitet sein. Denn wer möglicherweise mit einem Gefahrstoff in Kontakt gekommen ist, kann den Gefahrenbereich nicht einfach verlassen.
An der Dekon-Strecke werden Einsatzkräfte und Ausrüstung nach ihrem Einsatz kontrolliert und von möglichen Kontaminationen befreit.
Genau diese vielen Zahnräder mussten heute ineinandergreifen – und das haben sie.
Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben die Übung erfolgreich absolviert.
Gefahrguteinsätze gehören nicht zum täglichen Feuerwehrgeschäft. Aber wenn sie passieren, sind sie komplex, personalintensiv und lassen wenig Raum für Fehler. Ob auf der Straße, der Schiene oder in Industrie und Gewerbe: Dann müssen Wissen, Technik und taktische Abläufe funktionieren.
Und genau deshalb heißt es auch hier:
Trainieren. Wiederholen. Sicher beherrschen.
Denn im Ernstfall muss unter dem Chemikalienschutzanzug nicht mehr lange überlegt werden – dann muss jeder Handgriff sitzen.













