Gefahrstoffaustritt im Hofwiesenbad – zum Glück nur eine Übung
Die Sirenen heulen. Einsatzfahrzeuge setzen sich in Bewegung. Über Gera hängt ein grauer Himmel – und am Hofwiesenbad regnet es in Strömen.

Dann die Meldung: Gefahrstoffaustritt im Hofwiesenbad. Mehrere Menschen werden vermisst und verletzt.
Was heute Vormittag durchaus nach einem echten Großeinsatz aussah, war glücklicherweise eine umfangreiche Einsatzübung der Gefahrenabwehr in Gera.
Das angenommene Szenario: Bei Arbeiten an der Chloranlage des Hofwiesenbades kommt es zu einem Chlorgasaustritt. Mehrere Menschen sind verletzt, weitere Personen müssen gesucht und aus dem Gebäude gerettet werden. Das Schwimmbad muss geräumt werden.
Und als wäre das Szenario nicht anspruchsvoll genug, sorgte heute auch das Wetter für zusätzliche Realität: Die gesamte Übung fand bei strömendem Regen statt.
Jetzt mussten viele Zahnräder ineinandergreifen.
Gemeinsam übten Kräfte der Feuerwehr Gera, des Rettungsdienstzweckverbandes Ostthüringen (RZV OT), der Leitende Notarzt (LNA), der Organisatorische Leiter Rettungsdienst (OrgL), die Schnelleinsatzgruppe (SEG) sowie Einheiten des Katastrophenschutzzuges.
Unter möglichst realistischen Bedingungen galt es, die Lage zu erkunden, den Gefahrenbereich festzulegen, Menschen zu retten, Messungen durchzuführen, Einsatzkräfte zu dekontaminieren und die medizinische Versorgung einer größeren Zahl Verletzter zu organisieren.
Im Übungskonzept waren dafür mehrere Einsatzabschnitte vorgesehen – von Gefahrenabwehr und Dekontamination über Messungen und Gebäuderäumung bis hin zur medizinischen Rettung.
Gerade bei solchen komplexen Einsatzlagen kommt es nicht nur auf Technik und Fahrzeuge an. Entscheidend sind Kommunikation, klare Führungsstrukturen und die Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen. Genau diese Punkte gehörten zu den zentralen Übungszielen.
Während ein großer Teil der Kräfte am Hofwiesenbad gebunden war, musste natürlich gleichzeitig der Brandschutz für die Stadt Gera sichergestellt bleiben.
Die Freiwillige Feuerwehr Liebschwitz übernahm deshalb während der Übung den Stadtschutz auf der Feuerwache 2 der Berufsfeuerwehr Gera. Damit standen auch während der laufenden Großübung Einsatzkräfte für mögliche reale Einsätze bereit.
Nach rund zweieinhalb intensiven Stunden hieß es schließlich: Übungsende.
Anschließend wurden die Abläufe gemeinsam ausgewertet. Denn eine Übung soll nicht zeigen, dass immer alles perfekt läuft. Sie soll zeigen, was funktioniert – und wo noch Verbesserungsbedarf besteht.
Ein großes Dankeschön an alle Einsatzkräfte, Organisationen, Statistinnen und Statisten sowie das Team des Hofwiesenbades, die diese realitätsnahe Übung möglich gemacht haben.
Und auch wenn heute Wasser von oben wirklich reichlich vorhanden war:
Für den Ernstfall wird bei jedem Wetter trainiert.




















