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31. März 2026 bis 14. Februar 2027

Paul Helmut Becker – Gebrauchsgrafik zwischen Tradition und Wirtschaftspolitik der DDR

Paul Helmut Becker Verpackungen für den VEB Burger Knäcke-Werk, 1956/57. © Alexander Burzik

»Du musst genau das Gegenteil von dem tun, was die anderen machen.«

Der Gebrauchsgrafiker Paul Helmut Becker (1913–1998) durchlebte mehrere politische Systeme. In Wuppertal aufgewachsen und ausgebildet, zog er 1937 zunächst in die »Drucker-Stadt« Reichenbach im Vogtland, später nach Leipzig. Der Schwerpunkt seines künstlerischen Wirkens lag in der DDR. Seine Arbeit war von der Wirtschaftspolitik der SED sowie von häufig eingeschränkten materiellen Rahmenbedingungen geprägt. Inmitten politischer und ökonomischer Spannungen hielt Becker an der Überzeugung fest, dass die Gebrauchsgrafik einer übergreifenden Tradition folgt, unabhängig von Ideologie und Herrschaftssystem.

Becker war als freischaffender Grafiker tätig und bildete gemeinsam mit Walter Eifrig (1904–2001) und Alfred Hoppe (1906–1985) eine erfolgreiche Arbeitsgemeinschaft. Zu ihren bekanntesten Arbeiten gehört das Markenlogo für den VEB Burger Knäckewerk. Aufgrund einer Kinderlähmung durfte Becker im Zweijahresrhythmus zu seinen Eltern in die Bundesrepublik reisen. Diese Aufenthalte nutzte er für intensive Recherchen zu aktuellen Entwicklungen im Grafikdesign. Sein gestalterischer Grundsatz lautete, bewusst einen Gegenentwurf zum jeweils Vorherrschenden zu schaffen. Für viele mittelständische Betriebe schufen Becker und seine Mitarbeiter wirkungsvolle Exportverpackungen.

Die Ausstellung präsentiert Entwürfe für Markenzeichen, Verpackungen und Werbegrafiken aus mehreren Jahrzehnten und zeigt Beckers Werk im Spannungsfeld von Gestaltungstradition, Markt und staatlicher Regulierung.