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Regeln für Selbsthilfegruppen

Prinzipien für die Arbeit von Selbsthilfegruppen

Selbsthilfegruppen können nur funktionieren, wenn von den Gruppenmitgliedern einige grundlegende Regeln akzeptiert und eingehalten werden. Jedes Gruppenmitglied trägt mit seinem Verhalten dazu bei, dass die Gruppenarbeit gelingt.

Wichtige Voraussetzungen für eine gute Gruppenarbeit sind:

1. Verbindlichkeit, Regelmäßigkeit
Die regelmäßige Teilnahme an den Gruppentreffen
Für den Zusammenhalt und die Kontinuität der Gruppe sind regelmäßige Treffen hilfreich.
Vertrauen und eine Gruppenarbeit von der alle profitieren, kann sich nur entwickeln, wenn die Mitglieder regelmäßig teilnehmen. Ist jemand an der Teilnahme verhindert, sollte er sich abmelden und einem anderen Gruppenmitglied Bescheid geben.

2. Vertraulichkeit
Jedes Gruppenmitglied muss die Gewissheit haben, dass alles was besprochen wird, ebenso wer am Gruppengespräch teilnimmt, nicht nach außen getragen wird. Jedes gesprochene Wort bleibt im Raum.

3. Pünktlichkeit
Auf Pünktlichkeit ist zu achten! Unsere Zeit und die Zeit der anderen sind wertvoll. Ein rücksichtsvoller Umgang ist zu pflegen.

4. Neutraler Raum
Ein ruhiger und ungestörter Raum ist für die Gruppentreffen von Vorteil. Eine offene und gleichberechtigte Gesprächsform. Schaffung einer positiven Atmosphäre.

Gestaltung der Gruppengespräche

1. Blitzlichtrunde
Eine Blitzlichtrunde in der Selbsthilfe ist eine kurze, reihum gehende Gesprächsrunde, bei der jedes Gruppenmitglied seine aktuellen Befindlichkeiten oder Gedanken zu einem bestimmten Thema kurz mitteilt, ohne dass diese unterbrochen oder kommentiert werden. Es dient dazu, einen schnellen Überblick über die Stimmung und Bedürfnisse der Gruppe zu erhalten und einen Einstieg in das Gruppengespräch zu ermöglichen. 

2. Themen für das Gruppentreffen
Themen können sich aus den Erfahrungen der Gruppenmitglieder ergeben. Weitere Themen zum Schwerpunkt der Gruppen können geplant werden, wie z.B. ein Arztvortrag, zur Vorsorgevollmacht.
Es ist sinnvoll für das Kalenderjahr eine Themensammlung anzulegen.

3. Moderation
Die Gespräche brauchen Moderation. Die Moderation kann von verschiedenen Gruppenmitgliedern übernommen werden, um die Beteiligung zu fördern. Die Moderation lenkt die Kommunikation. Es wird auf ein Klima der Offenheit und des Vertrauens geachtet.

4. Störungen
Wenn jemand nicht mehr zuhören kann, sich durch irgendetwas (Gespräch, Verhalten eines anderen Gruppenteilnehmers, Gestik, Mimik) verunsichert oder verletzt fühlt, Wut oder Traurigkeit hochkommen und ein Gruppenteilnehmer mit den eigenen Gefühlen beschäftigt ist und dem Gespräch in der Gruppe nicht mehr folgen kann, dann ist es gut, eine „Störung“ anzumelden.

Regeln für die Kommunikation

1. Reden und zuhören
Es kann nur einer sprechen. Es sollte darauf geachtet werden, dass keine Parallelgespräche entstehen oder individuelle Beiträge unterbrochen werden. Normen und Werte eine vertrauensvolle Kommunikation einhalten.

2. Von sich selbst sprechen
In der Ichform sprechen nicht von „man“ oder „wir“ sprechen.

3. Stehenlassen
Erfahrungen und Gefühle sollten unkommentiert stehen bleiben. Empfindungen sind sehr unterschiedlich; sie könnten durch Diskussionen oder (gut gemeinte) Ratschläge erstickt werden.

4. Miteinander nicht übereinander
Wenn Fragen, Kommentare, Rückmeldungen gegeben werden, sollte der andere direkt angesprochen werden. Über abwesende Gruppenmitglieder sollte grundsätzlich nie gesprochen werden. Sich gegenseitig achten.

5. Fragestellungen
Statt Warum-Fragen sollten Verständnis- oder Unterstützungs-Fragen gestellt werden, z. B. „Wie hast Du Dich dabei gefühlt?“

6. Gefühle achten
Gesagtes sollte man einfach stehen lassen; Gefühle verschwinden nicht, indem sie beruhigt oder verurteilt werden. Angenommen, ausgesprochen und bearbeitet sind schwierige Gefühle oft besser zu ertragen. Nicht trösten, nicht urteilen, nicht versuchen, alles besser zu machen.

7. Auf den eigenen Körper achten!
Der Körper hilft, Gefühle wahrzunehmen. Achten Sie auf die Körpersignale (z. B. Herzklopfen, Stein im Magen, Unruhe u. ä.).

8. Selbstverantwortung
Jeder Gruppenteilnehmer ist dafür verantwortlich, was er in der Gruppe tut und sagt. Achtung und Respekt vor sich selbst und vor den anderen sind Grundwerte jedes Gruppengesprächs. Die eigenen Grenzen und Möglichkeiten der anderen Gruppenmitglieder respektieren.

9. Gegenseitige Wertschätzung
In den Gruppen werden die individuellen Stärken und Schwächen akzeptiert und gewürdigt. Die Begegnung in der Gruppe gelingt mit einer freundlichen Haltung sich selbst und den anderen gegenüber besser. Nicht zu vergessen ist das positive Feedback den anderen Gruppenmitgliedern gegenüber. Ein Zusammengehörigkeitsgefühl und Wir-Gefühl schaffen.

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E-Mailkontaktstelleselbsthilfegruppen@gera.de
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Ansprechpartner/innen

Frau Steffi Hofmann

Leiterin Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen

Tel.0365 838 - 3591